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      Leica M8
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      1 2404 Di 5.8.2008
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      Beschreibung: Kompakte, digitale Messsucher-Systemkamera für den professionellen Einsatz mit Leica M-Objektiven.
      Mikroprozessorgesteuerter Metalllamellen-Schlitzverschluss.
      Schlüsselwörter: Leica M8
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  1. Author
    1. Sandra


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      Datum des Kommentars: Di 5.8.2008 Würden Sie das Produkt empfehlen? Ja | Welchen Preis würden Sie dafür zahlen?: Keine angezeigt | Wertung: 7 

       
      Positiv: Kultfaktor, brilliante Objektive
      Negativ: Teures Brikett

      Mal ein ganz subjektiver Erfahrungsbericht aus Sicht einer Japan-Boliden-Nutzerin.

      Da ich vor der Frage stehe: Klotz weiterschleppen, oder was handliches in sehr guter Qualität zu erwerben, habe ich mir um die M8 ein paar Gedanken gemacht. Zunächst konzentrieren sich meine persönlichen fotografischen Schwerpunkte inzwischen auf People/Street/Theater, alles Bereiche, die sich mit einer M8 hervorragend abdecken lassen und für die der japanische Bolide nicht zwingend nötig ist, zum anderen ist die Canon jetzt seit Jahren an mir festgewachsen und ich habe zumindest ein kleines Besteck täglich an der Frau, und langsam hab ich keine Lust mehr den Knochen zu schleppen.

      Ein Systemwechsel schreckt mich grundsätzlich nicht, mein Weg führte von Canon A1 über NikonF3HP, Panasonic Lumix direkt zur Canon 1DsMkII, ich bin da nicht markengläubig, und wenn eine Kamera technisch imstande ist die Ergebnisse zu liefern, die meinen Ansprüchen genügen, habe ich keine Probleme damit, mich dieser Technik anzupassen, und auf einige Technik-Gimmicks zu verzichten.

      Nun, ich habe die aktuelle Leica-Werbeaktion beim Wort genommen und mir die M8 mit dem 35er-Summarit ein Wochenende lang ausgeliehen, durchaus ein charmanter Anblick.

      Als ich sie entgegennahm und mir der euphorische Meister-Mitarbeiter "Sie werden Sie lieben!" das Täschchen mit der Kombi und dem Ladegerät überreichte, entfuhr mir ein "Wie putzig!". Zugegebenermaßen schon ein bestechender Pluspunkt, wenn man gerade eine 18kg-Tasche vorm Tresen abgestellt hat. Nach der kurzen Einweisung hab ich mir also das Täschchen auf die andere Seite geschultert und bin mit gespannter Erwartung und Gebrauchsanleitung und leichter Schlagseite nach Hause gefahren.

      Angekommen hab ich mir mein Leihspielzeug also mal genauer angesehen. Irgendwo schrieb mal jemand was von ihrer schönen Haptik. Haptik? Entschuldigung, aber ich fürchte, dieses Wort findet bei Leica in der Entwicklungsabteilung nicht statt. Wenn die M8 eins definitiv nicht ist, dann ein Handschmeichler. Und dafür, dass sie sich so genau gar nicht anschmiegt, ist sie schwerer, als erwartet. 1,8kg Canon liegen mir dagegen sehr viel bequemer in der Hand, bei der M8 habe ich dauernd das Gefühl, dass sie mir aus den Händen rutscht, und da ich die Gewohnheit habe, meine Kameragurte ums Handgelenk zu wickeln und die Kamera in der Hand zu behalten, statt sie mir um den Hals zu hängen, müsste ich mich da an einer Stelle umstellen, die mir dann doch nicht behagen würde.

      Irritiert hat mich als nächstes die Suche nach dem Kartenschlitz. Nein, ich hab nicht zuerst die Bedienungsanleitung gelesen, ich mag es, wenn sich mir die Logik eines technischen Gerätes von selber erschließt, nachlesen kann ich immer noch. Musste ich dann auch. Hat der Leica-Fotograf an sich immer so viel Zeit, die Kamera auszuschalten (war ein eindringlicher Hinweis des Verkäufers, das unbedingt vor dem Kartenwechsel zu machen), eine Abdeckung abzuschrauben, diese beiseite oder in die Tasche zu legen, Karte auszutauschen, und alles wieder zusammenzuschrauben?
      Diese Abdeckung mag ein nettes Gimmick für die Oldschool-M-Generation sein, die ihr M-Look-and-Feel behalten möchte, aber zeitgemäß ist an dieser Stelle dann doch etwas anderes.

      OK, ich hab dann bei 160 Iso (warum steigt sie so hoch ein?), dann mal unseren Bauerngarten unsicher gemacht und meine unsteten Kinder verfolgt, und entgegen der Prognose des Verkäufers ("Bei analog hab ich immer gesagt, nach 10 Filmen kommen Sie mit dem Fokussiersystem zurecht") hatte ich trotz des zum Ergebnis differierendem Sucher-Ausschnittes recht schnell den Bogen raus. Zum Vergleich hab ich dann auch mit der Canon und dem 35/1.4 bei 2.8 und 160 Iso fotografiert. Natürlich nicht unter Laborverhältnissen, und der Eindruck kann nur subjektiv sein, dennoch: Das Bokeh gefällt mir bei der Leica besser, bei 160 Iso ist das schon ein sehr schönes Ding, die Übergänge in den Tiefen sind weicher, die Leica sieht mehr Details. Und die 6,7MP Differenz zwischen den beiden Systemen könnte ich für meine Zwecke vernachlässigen.

      Der Schock kam dann aber abends: Bei den maximal 2500 Vollrausch-Iso ist die Leica für mich als notorische Blitzverweigerin eine echte Katastrophe.

      Soweit mein allererster und natürlich völlig subjektiver und möglicherweise unbedarfter Eindruck: Ich bin sicher, dass ich rein fotografisch mit der Leica glücklich werden könnte, und nur wenig vom überzüchteten Boliden vermissen würde. Wenn sie ein wenig intuitiver und ein wenig haptischer daherkommen würde. Achja, und ein wenig leiser. Zwar hat das Klllck_srrrrrrr ebenso etwas charmantes, wie das satte Canon-KLACK, aber ich hätts dann doch gern noch ein wenig leiser.

      Möglicherweise steche ich da in ein Wespennest, und alle M-Liebhaber werden jetzt über mich herfallen (und aus ihrer Sicht sicher zurecht ), aber wenn Leica Neukunden generieren möchte, denen es weniger um den M-Mythos als um eine hochwertige, alltagstaugliche, praktikable Kamera geht, müssen sie meines Erachtens noch ein bisschen was tun. Das Potential hat Leica mit ihren kleinen schicken Superobjektiven fraglos, für die ich auch wohlwissend um die Abbildungsleistung bereit wäre, entsprechend zu zahlen, aber mir fällt es schwer zu verstehen, warum ich für ein spartanisch ausgestattetes Brikett mit ausschließlich tageslichttauglichem Sensor 4000 Euro hinblättern soll.

      So wie es aussieht, werde ich also auch weiterhin schwer zu schleppen haben, ich werde Leica aber im Auge behalten.
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